Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1808)
- Article
- Neue Bemerkungen über die Juden, insbesondere über die Amsterdamer und Frankfurter Juden
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 12)
- Language
- German
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: g<n Religion; doch klein, ihr habt es gelesen und befolgt; cs mit Vorsatz nicht, und das ist Verbrechen. Der hei» lige Paulus empfiehlt euch Christen den Glauben, die Hoffnung, die Darmherz gkcit als unzertrennliche, als vcr» ' schwistcrte Tugenden an, er hebt mir Fleiß die Barmherzigkeit als die zärtlichste von den Ucbrigen heraus *). Euere Prediger erinnern euch oft an das Gleichnis; des Sama» ritcn, sie rufen die große Lehre von Jesus Christus in euer Ccdachrniß : „Thnt den Leuten, was ihr wünschet, daß .sic euch thun sollen". **) In einem heiligen, vouJuden ebenfalls hochverehrten Buche findet ihr die Vorschrift: „Vermeidet das Dose und thut das Gute". ***) Viele beschranken irriger Weise ihre Moral auf de» ersten Satz, und glauben durch dir Vermeidung des Dösen alles gcrhan zu haben; sic haben aber ihre Pflicht nur zur Halste erfüllet. Es heißt ausdrücklich als zur ersten Lehre gehörend: „Thuet Gutes, alles was ihr vernünstiger Weise thun könnet, um cuern Nedcmnen« schcn nützlich zu werden, dürfet ihr nichts Unterlasten. Gleich» wohl wähnet nicht, dieses Gute unbestraft auszuübcn, ihr werdet Widersacher finden, deren Inneres so beschaffen ist, wie cs uns Swift mit seinem spöttlende»cynischcn Styl so treffend schildert; Habsüchtige, die nur aus Eigennutz gerecht scyn können, nur zu gern diejenigen vcrlanmden, die der Gerechtigkeit aus frommen Rcligionsbegriffen huldigen; Menschen, bei denen dir Leidenschaft den Vrr-; *) Prima Cor. l3. l3. - f **) Math. 7. ia. . I *") Psalm. 36, -