Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1808)
- Article
- Über Massora und Massoreten
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 16)
- Language
- German
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n Lesezeichen und Wörtcrformcn, so wie über die Art der Consiructionen, mündlich eine» gründlichen Aufschluß gej geben haben; wie sollte er dicß in Ansehung der verschiedenen Lcscartcn und häufigen Veränderungen, welche dem Leser die größten Schwierigkeiten verursachen, unterlassen haben. Nein, dicß laßt sich von dem viel umfassenden Geiste Mosis nicht denken. Gewiß hat er es nicht an mündlichen Uebcrlicferungen und Sacherklärungen allerlei Art fehlen lassen, wodurch auch die formale Beschaffenheit seiner weisen Reden für die Zukunft geschützt war, und man kann mit einer mehr als muthmaßlichrn Gewißheit behaupten: Moses scy der erste Gründer, der wahre Urheber der für uns noch jetzt so wichtigen und nützlichen Massora gewesen; obgleich er dieses Geschäft nicht mit so vollständiger Pünktlichkeit und mühsamen Nachzahlungen der Buchstaben und Verse betrieben haben mag, als es seine spatern Nachfolger, von der Nothwendigkeit des Zcitbedürfnisses getrieben, gethan haben. Genug, er war der Anfänger der Massora, er gab die erste Anleitung dazu, und überließ das Verdienst der weitern Ausführung den Veteranen der Religion spaterer Zeit, von denen er im voraus überzeugt war, daß sie auf der von ihm betretenen Bahn ihm treulich Nachfolgen werden. In diesem Sinne genomincn, glaube ich, wird die talmudistische Meinung, nach welcher Moses selbst die Correctur der prophetischen Bücher zugeschricben wird, uns weniger auffallend scheinen. So wie er in seinem Buche die Norm, den Styl und. die Einkleidung der prophetischen Reden angegeben *), *) S. Eichhorns Einleitung ins alte Test. 1. U.