Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1808)
- Article
- Über Massora und Massoreten
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 4)
- Language
- German
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Dic Israeliten waren nach ihrer Auswanderung aus Aegypten, ein rohes, ungesittetes, dem Aberglauben und der Abgötterei ergebenes Volk. Ihr unbicgsamer Sklaven, sinn, der wahrend einer vicchundcrrjnhrigcn Unterjochung gleichsam charakteristisch und narionell geworden ist, konnte nicht auf eine gewöhnliche Art unigcformt werden. Außerordentliche Maßregeln mußten ergriffen werden, wenn dieses Volk seinem Ziele naher kommen, wenn der hohe Zweck, den eine göttliche Vorsicht mit demselben beabsichtigte, erreicht werden sollte. Bestimmt, eine eigene glückliche Nation zu bilden, einen eignen freien Staat, in dem Ruhe und Sicherheit von Außen, Ordnung und Zufriedenheit im Innern herrschen sollen, zu besitzen, bedurften dic Is. raclitcn vorher eine zwiefache Erziehung und Bildung. Ihr Verstand mußte erleuchtet, ihr moralisches Gefühl veredelt werden. Da nun bei einer solchen rohen Mcnschcnmassc, entwöhnt von allem, was die Begriffe verdeutlichen könnte, und abgehärtet gegen alles Sanfte und Feine, bloße Wortbclchrnngcn wenig oder nichts gefruchtet haben würden, so schlug dir göttliche Weisheit einen andern sichern Weg ein, der seiner Wirkung auch nicht verfehlte. — Die geheiligte Wahrheit eines heiligen, gerechten und gütigen Gottes , der sich väterlich des Unterdrückten, annimmt, und den Verfolger seine gerechte Strafe fühlen laßt, wurde ihnen zwar kurz vor ihrem Ausgange aus Aegypten und bald darauf beim Schilfmeere deutlich vor Augen' gelegt. Allein wie bald konnten sie, dieser Wahr.. heit uneingcdenk, in ihre alten Gewohnheiten und Laster