Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1808)
- Article
- Neueste Schrift: Über die Juden [Rezension]
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 3)
- Language
- German
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5° Ist unsere Religion von jener ersten Art; so stützen sich unsere religiösen Meinungen auf das Unheil unftrs ' Verstandes; so fließen unsere religiösen Grundsätze aus Erkenntniß, aus Dcrnunflgrundcn, aus Ueberzeugung: und so sind denn auch unsere religiösen Gesinnungen» sowic die Handlungen» die aus diesen Gesinnungen hcrvorgehen» die Wirkungen jener Meinungen und Grundsätze. Für den Verstand aber grebt es keine anderen Werk., jnigc, als Vorstellung der Wahrheit und Unwahrheit. Sein Urtheil ist ganz unbestechbar» gan; unbewcalicb. Wir müssen uns ihm gan; unbedingt unterwerfen. Wir können weder aus Liebe und Wohlwollen» noch aus Furcht und Feindschaft das Geringste daran verändern» weder himvegwerfcn noch Hinzuthun. Das Unheil, wie unsere Unterwerfung, hangt eben so wenig von unserer Willkühr ab, als der Hunger und das freie Athmen. Die religiösen Meinungen, Grundsätze und Gesinnungen sind also völlig frei , leiden durchaus keine« Zwang» können weder «ingeschrcckt» noch eingeschmeichelt werden; weder durch verheißene Belohnungen erkauft, noch Lurch angcdrohcre Gkrafen erzwungen werden. Nur die Handlung, nicht die Meinung steht in unserer Willkühr. Wir können Verzicht auf unsere Meii nung in Absicht auf unsere Handlung leisten, aber nicht auf die Meinung selbst. Wir können an daS Gesetz glau. ben und nach dem Gesetze handeln. Wir können auch ohne; Glauben an das Gesetz nach dem Gesetze handeln. Aber unfern Glaubm an das Gesetz können wir nach eignem so l