Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1808)
- Article
- Nachrichten, die Israeliten im Königreich Westphalen betreffend
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
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-8 Heil dem, der über seine Religion nachgedacht, und sich aller Pflichten derselben, ans wahrer Frömmigkeit und aus den reinsten Absichten entledigt; Heil dem» der so handelt, daß Q’cft und Menschen mit ihm zufrieden scyn können; Heil ihm in diesem, wohl ihm in dem zu« künftigen Leben! O, möchte doch ganz Israel 5o handeln, dann wird es mit Recht von ihm heißen: „dieses ist eure Weisheit und eure Vernunft vor den Augen der Völker" ferner : „sie werden sprechen: es ist doch ein weises und verständiges Volk diese große Nation." — Wer aber Gott nur äußerlich dient, und die Gesetze der Thora nur aus Gewohnheit halt; wer alles thut, was den Schein der Frömmigkeit hat, und dabei kein reines Herz besitzt, nicht redlich und gewissenhaft handelt, kein Zutrauen zu Gott hat, wider dessen Verhängnisse murrt, oder dessen Herj Neid, Haß, Eigennutz , Schadenfreude und wie die Untugenden mehr heißen , nährt: der befindet sich auf einem Irrwege, und verstehet seme Religion nicht, der hat nur nach der Schale gegriffen und den Kern fallen lassen. — Und wieder umgekehrt, wenn wir Menschen aus andern Nationen seh-n, die zwar unsre Rcligionsformen und gottesdienstliche Handlung nicht haben, sonst aber guten und reinen Herzens sind, einen Gott glauben, und ein moralisches und tugendhaftes Leben fuhren: so dürfen wir sie keineswegs hassen, sondernsie vielmehr mit in der allgemeinen Bruderliebe einschließcn. — Besonders, meine lieben Brüder! scyd Ihr gegen eure Wcstphälifchen Mitbürger andrer Glaubensbekenner alle Pflichten schuldig, die uns das Gesetz der Nächstenliebe auflegt, da Ihr mit ihnen gleiche Rechte theilct, und gleiche Glieder des Staats, mit