Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 6 H. (1807)
- Article
- Die Lage der Juden alter und neuerer Zeiten
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 28)
- Language
- German
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zukünftige Leben gebeutet, oder als Nebensachen betrachtet werden. Der Nachtheil, welcher dadurch bewirkt wird, ist sehr einleuchtend. Kleine» unbedeutende Ceremonien haben sich auch dadurch ein größeres Ansehen zu verschaffen gesucht» wahrend oft die Uebcrtretung großer menschlichen Pflichten, welche die Religion gebietet, kaum eines Blickes gewürdigt werden. Der ungelehrte, aber helldcnkende Jude, von dem sein bigotter Glaubensgenosse oft verlangt: irgend eine unbedeutende Mythe als einen wirklichen heiligen Willen Gottes zu betrachten, schließt gewöhnlich aus so lächerlichen Dingen auf a l l e Rcligionslehren, und der Grund zn seiner Irreligiosität ist fest begründet. Diel zu spät ist bann eine vernünftige Erklärung solcher mystischen und allegorischen Stellen, deren wir nach Art der Morgenlands sehr viele aufweiscn können. Man mache daher das Volk aufmerksam auf das, was gut, oder mittelmäßig und schlecht ist. Ucbcrhaupt sollte aber endlich einmal in Rücksicht der Rcligionsgcbräuche aller Unterschied zwischen den deutschen, pvlnischen, italienischen, mvrgenlandischen und sogenannten portugiesischen Juden aufhören und wir alle nur einzig und allein die Gebrauche der drei letzter» Klassen, welche sich m ihrent Kultus ungefähr gleich sind, annchmen. Ein großer Schritt zu'unserer Verbesserung wäre dadurch geschehen. Der Vorzug jener Juden vor uns ist allgemein anerkannt. Man vergleiche nur, als einen kleinen Beweis meiner Behauptung, ihre Synagogen» ihre Einrichtung in den Gemeinden, ja selbst ihr Ceremonialgesetzbüch, das wir doch auch hochfchatzen, mit unser» Synagogen, Einrichtungen und. Eeremonialverordnungen, und man wird auf den ersten Blick ihnen dm Vorzug vor uns nicht streitig machen können. Ruhig geht rs in ihre« .. Ey»