Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1807-01-01 · 2. Bd 5 H. (1807) · p. Seite 322

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
2. Bd 5 H. (1807)
Article
Glaubwürdige Nachricht von der in Polen und Lithauen befindlichen Sekte: Chasidim genannt
Date
1807-01-01
Page
Seite 322 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2304627-2304646-2304648-10856502-2314808--01055-2315220
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ganz das Gcgcnthcil. — Denn erstens laß nnS einen Dlick werfen auf die Verachtung, der wir jetzt noch auSgcsttzt fcnn sollen, und dann sehen , ob wir durch die Schritte, die ich thun will, noch verächtlicher werden, oder ob wir uns nid)f dadurch der Verachtung gar entziehen möchten. Du glaubst wohl, wir lebe» noch in den Zeiten, wo die Christen sich verpflichtet hielten, das Dlut des Christus an den Nachkommen der damaligen Inden rachen zu müs- * fen? — Oder daß die Christen noch glauben, der Jude fty verpflichtet, denjenigen zu hassen, der nicht seines Elaubcns ist? — Und endlich glaubst du vielleicht, daß die Christen der Meinung scyn, in unserer Religion liege etwas Nachtheiligks für die Moral und den Staat? — Nein! Dank fcy der allgütigcn Vorsehung, daß wir jetzt in dem glücklichen Zeitpunkte leben, wo diese Vorurthcile von beiden Seiten zwar noch nicht ganz gctilgct, aber doch so weit zerstört worden sind, daß wir keine Gefahr davon'zu besorgen haben; bald werden auch die Rechte der Menschheit in ihrem ganzen Umfange immer mehr und mehr beherziget werden; denn die Verläumdungcn, die sonst so erwünscht waren, wachen den Eindruck nicht mehr, den sie ehedem oft zu unscrm Nachthcil und Verderben machten. Za wirklich , was das erste betrifft, so denken die Christen jetzt gewiß viel billiger als vormals: sie wissen wohl, daß wir nicht schuldig sind, die Strafe zu leiden, welche unsere Vorfahren verdienet Habens Zweitens ist es den Chri. sie» gar nicht unbekannt, daß unsere Gelehrten schon längst durch ihren Unterricht dafür sorgten, daß wir keinen Men- ^Mhen verachten dürfen, wenn cp nicht Abgötterei und Götzendienst einführet oder treibet, oder durch einen sonstigen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.