Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 5 H. (1807)
- Article
- Über die Verhältnisse, in welchen die Juden in Deutschland ehedem zum deutschen Kaiser standen
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304648-10856502-2314807--01024-2315191- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
i - , ■' m Mafien gegemvartigcr Zeiten geduldig zu tragen, wenn er?sicht, wie sich seine Nation und seine Religion trotz aller Igrausamcn und blutigen Verfolgungen, trotz aller Bcdrü- ^ckungen und ungünstigen Einflüsse von Außen her dennoch ^erhalten Hat, und fest sieht. — Unter dem harten Druck |jtcö Schicksals/ bei den widrigen Ereignissen des Lebens Wildet sich so manche Tugend glücklicher'aus, entwickelt fiel) so manches schlummernde Talent, das erst durch die f j widerstrebende Kraft geweckt und fortgcleitet wird, schnell- Wler und fruchtbarer. Co wie cs bei einzelnen Menschen ist, z so ist cs auch bei ganzen Völkern, j Auch in unscrm deutschen Vaterlande hatten die In» M den grausame und empörende Verfolgungen zu erdulden.!lfEie wurden nicht als Menschen, die einen unveräußerlichen i Antheil an den heiligen Rechten der Menschheit hatten, p sondern als Sachen angesehen, die der Eigcnthümer nach j Gutdünken veräußern, Umtauschen oder auch vernichten konnte. Jetzt, da sich Deutschlands Verfassung verändert hat; da auch der jüdischen Nation in Deutschland wie m Frankreich eine gänzliche Reform bevcrzusiehcn scheint: wird M es hoffentlich den jüdischen Glaubensgenossen in Dcutfth- ‘ land nicht unangenehm sehn, zu erfahren, in welchen Der« Haltnissen sie ehedem zum Kaiser und Reich standen. jjU Die harten Verfolgungen, welche die Juden so oft von der frechen Willkuhr, von dem angebornen Haß und von der Dcrcicherüngssncht der Mächtigen zu erdulden hatten, veranlaßtcn sie, sich den röm. Kaisern nicht allein mit I Haab und Gut, sondern auch mit Leib und Leben zu unter» werfen» und fürdie Erhaltung desselben einen gewissen Tribut - zu bezahlen. Dafür.nahm sie der Kaiser in Schutz und ~ ' 's .... ^sicherte