Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 5 H. (1807)
- Article
- Über die Verhältnisse, in welchen die Juden in Deutschland ehedem zum deutschen Kaiser standen
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 2)
- Language
- German
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Handlung werben oft die heiligsten Rechte der Menschhei; ftcvemlich mit Füßen getreten. Wir fühlen noch jetzt den schweren Truck, nnker dem eine arme, verlassene, verspottete, der Wuth des blinden Volks, der. Rcligionsschwarmcrci phantastischer Priester und der Willkühr grausamer Despoten Preis gegebene Nation seufzte. Dennoch wird die Vergleichung ihres ehemaligen Zustandes mit dein ° jetzigen für die Juden tröstend und beruhigend seyn, wird sic mit freudiger Zuversicht, mit dem festen Glauben an schönere Zeiten, an eine bessere und glücklichere Zukunft erfüllen. Wer die oft wundersam verworrenen Schicksale der jüdischen Nation von dem friedlichen Nomadenleben ihres Vaters Abraham an, bis zu der heimathlvscn Zerstreuung der Juden durch alle Thcile der Welt verfolgen und entwickeln wollte, der würde ein trauriges Gemälde * von der moralischen Würde des Menschen .barstcllcn; eri würde ermüden unter dem traurigen Geschäfte, die Folgen des Hasses, der Zwietracht, der Bedrückung, Eroberungs-i sucht und des blinden Vorürthcils darzulegen. Keine Ge-! schichte hat eine so ganz eigene charaktcrische Jndividuali-f tat, keine stellt uns seltsamere und wunderbarere Begeberrheitcn auf , keine greift so tief in die Schicksale anderer Völker und Staaten ein , als die Geschichte des jüdischen Volkes. j■■■ , : . Es ist recht sehr zu bedauren, daß die jüdischen Glaubensgenossen ihre Nationalgeschichte so wenig studiren, daß. sie es so leicht vergessen, was ihre Voreltern kitten, trugen und duldeten. Gewiß es muß jeden wahren Juden . mit einem edlen Stolze erfüllen, muß seinen rcligiöscn Glaube« fester begründen, und ihm Lust und Kraft geben, die Sa*