Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 4 H. (1807)
- Article
- Über die Vereinigung der Religion mit den Wissenschaften
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 9)
- Language
- German
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des Vernünftigen hcrabwürdigen und Gott nicht wohlgefällig ftyn können. Wie wäre es aber möglich, diesen ' Zweck zu erreichen, wenn wir nicht über ihre Beschaffenheit und ihr Wesen Nachdenken dürften; wenn wir mit einer blinden Anhänglichkeit allem demjenigen huldige» müßten, von welchem wir keine genaue Kcnntniß seines innern Wesens, seines Zweckes und seiner Absicht besitzen. Aber, höre ich einwendcn, können denn nicht gute Mittel wirken, ohne daß wir ihre innere Beschaffenheit kennen? Muß der Kranke nothwendig das Wesen der Arzneimittel verstehen, deren er zu seiner Ccnesung bedarf? Freilich nicht, antworte ich, und zwar, weil der, Kranke auch nicht nothwendig die Art seiner Krankheit zu wissen nöthig hak; die Mittel wirken stillschweigend und ha- , ben übrigens mit dem Bewußtseyn des Kranke« nichts ge« menr. Ganz anders ist es mit dem Seelenkranke«, dieser muß, wenn es ihm um seine Besserung ernstlich zu thua ist, vorzüglich das Nebel kennen, das an seinem Innern nagt; wie können daher diejenigen Mittel wirksam seyn, deren Qualität ihm unbekannt strid'k Handeln, ohne dabei zu denken, weil Ändere vor uns schon gedacht haben, ist die größte Inkonsequenz. - Laßt uns also, meine theuren Glaubensbrüder, nicht glauben, daß das heiligste und wichtigste der Menschheit dir Religion, sich mit den Wissenschaften nicht vereinigen lasse-; heilig scy uns vielmehr alles, was unser Wissen erhöhen, unfern Verstand erleuchten und unfern Geist belehren kann. Heilig fty uns der Orakelspruch der Weisheit i'. Nur auf dem Wege der Vernunft könnet ihr glücklich seyn! ■"; Wolst? a. Band. R