Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 3 H. (1807)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 2)
- Language
- German
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Besitze einzugeLen." O Herr, o Ewiger, wodurch werde ich versichert, daß ich es besitzen werde? — Die Ungewißheit, liebe Freundin, ob nicht die Besitznahme jenes Landes bedingt und nur mit einem noch sircngcrn frommen Lebenswandel verbunden sey, legte ihm die Frage auf die Zunge, keincswcgcs aber irgend der geringste Zweifel an die göttliche Verheißung. Um nun die Antwort Gottes auf obige Frage, nämlich, einige Thier arten in Stücken zu zerlegen, um dadurch einen unzertrennlichen Bund mit Abraham zu schließen, genugsam zu wersichen, müssen wir auf einige Augenblicke zu den Gebräuchcn der grauen Vorzeit hinabstcigen. Kein Versprechen war heilig, kein Dündniß unverbrüchlich, wenn sie nicht auf folgende feierliche Weise bestätigt wurden: Thicre wurden geschlachtet — die zerschnittenen Stücke *) gegen cinander gelegt — die beiden Dnndcsfrcundc gingen durch diese Theile — und nun erst war der Bund unauflöslich. Dasselbe geschah auch hier, und eine Flamme — der Bote der Gottheit — fuhr, wie das Gesicht ihm zeigte» durch diese Stücke — der Bund war geschlossen — die verhangnißvolle Zukunft in Hinsicht seiner Nachkommen ihm enthüllet und ein bescheidenes Schweigen^ fesselt des Patriarchen Zunge **). ׳־. •'־׳■. A ■ . , . ■ . ׳Was ") Daher diese Ccrcmonie in der Sprache der Alten durch «inen Bundschneiden ausgcdrückt wird, im Hebraischcn sowohl als im Griechischen und lateinischen. **) Diesem uns so sonderbar scheinenden Gebrauche dürf- . ten wohl mehrere Ursachen zum Grunde liegen. ») daß daö nun einmal ausgesprochene Wort unwiederruf-!ich scy, so wie die zerschnittenen Stücke unmöglich wie-