Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 3 H. (1807)
- Article
- Nachtrag, die jüdische Freischule in Berlin betreffend
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 3)
- Language
- German
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eingeht, ihre Pflicht dennoch zu thun, und auf bessere Zeiten zu hoffen. ~——- - -- Groß und gleichsam heroisch ist dieser Entschluß! Groß und der Bewunderung werth! Aber eben deshalb kann er nicht von Dauer seyn. Wer das menschliche Eemüth kennte wird wohl wissen, wie viel Anstrengung, wie viel Mü^e es kostet, der Tugend auch nur ein einziges Opfer zu bringen; aber wie fast unmöglich es dem schwachen Sterblichen fallt, nie von ihrer Dahn abzuweichen. Wenff wir beständig auf ihrem Altar opfern sollen , wenn, das heilige Feuer, das diese Opfer verzehrt, nie von außenher, sondern immer aus uns selbst, und nur aus uns selbst angefacht wird, dann erlischt es nach und nach, und der Mensch . bereuet nicht selten das Gute, das er gcthan hat, als wäre esMwas-Döses gewesen. Wie im Allgemeinen, so. auch hier. Die Lehrer, die sich immer auf den kärglichen Gehalt, den sie fetzt genießen, gesetzt sehen, die noch immer keine Zulage erhalten werden, müssen früh oder spat anfangen, von ihrem Eifer für die Anstalt nachzulassen, die Schüler werden diese Erkaltung bemerken, das Ganze muß darunter leiden; die Auflösung der Anstalt ist unausbleiblich. . Dazu kommt, baß selbst jetzt, wo die Lehrer sich mit einem geringen Gehalte begnügen, dennoch monatlich ei« Ausfall von 26 Rthlr. cntstcht, der im Verlauf des vorigen Winters nur durch Geschenke wohlthätigrr Menschen gedeckt wurde; daß es ferner bei der geringen Einnahme unmöglich fällt, einen Lehrer der hebräischen Sprache und der Religion anzufieüen; daß kein fester Etudienplän entworfen werden kann, weil auch dazu die Fortdauer der l Sfotyrg. a. Band. , 8 An»