Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 2 H. (1807)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 9)
- Language
- German
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——י 94 ’ So viel über Gebete, und nun am Schluffe noch rin Paar Worte über öffentl 1 che Eottesverehrung. Wenn es ein kräftiges Mittel giebt, das zur Erhaltung der hinnvlischcn Religion unter den Menschen führen; das sie in ihrem Glauben an Gott und Tugend bestärken, der Wahr« heit eine unfehlbare Wirksamkeit aufs menschliche Her; ver« schaffen, und die Band« der Menschenliebe im« 'mer enger knüpfen soll, so ist es die öffentliche Got« tesverehrung. Hier sind wir alle, Reiche und Ar« me, Große und Kleine, Greise und Jünglinge in einem Tempel versammelt,alle Kinder in dem Hause ihres Vaters. Doppelte Wohllust muß hier das schuldlose Herz empfinden, wenn es sicht, wie alle ju einem Vater die Hände falten, unser Mund einen Gott anbekrt, und unsre Knie vor einem Wohlthater sich ehrerbietig beugt. Zn welcher Andacht, zu welcher Demuth, zu wek> "eher Liebe, zu welcher Ehrfurcht muß uns ein solcher Anblick stimmen. Jeder Fromme wünscht gewiß recht Herzsich mit mir, daß nur erst mehr für die öffentliche Gottes- Verehrung bei unsrer Nation geschehen möge; und daß die Synagogen auch alsdann von den Unvcrheirathetcn Ihres Geschlechtes besucht werden könnten. Sü Gott will, liebe Freundin, ist die Zeit nicht mehr fern, wo auch -iescr wichtige Punkt beachtet und die Wahrheit auch hier siegen wird. Freuen Sie sich mit mir auf diese schön« Zeit.—v ־ v.' ' Salomo«. r. 7v . -*■ IV.