Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 2 H. (1807)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 2)
- Language
- German
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Gebet habe ich Sie dadurch aufmerksam machen wollen» über dessen Charakter und Nutzen Sie etwas Näheres zu hören wünschen. — Mit Vergnügen werde ich mich bemühen, dem Wunsche meiner frommen Korrefpondentin zu willfahren, und das Nöthige über dieser» Gegend stand als Tendenz gegenwärtigen Briefes zu wählen. Undkann ich Ihnen gleich nichts Neues darüber sagen, so hin ich dennoch vollkommen überzeugt» daß Sie mein Schreiben Ihrer Aufmerksamkeit nicht unwürdig achten,- indem ich in demselben nicht von der Wahrheit weichen' werde, die, wie Sie wissen, nie altern"nnd nicht oft genug erneuert werde» kann. Mit ihr isi's so wie mit den Nahrungsmitteln des Körpers, sagt irgend ein scharfsinnig— ger Gelehrter, so wenig das Leben des Körpers bestehen könnte, ohne den öfters wiederholte» Genuß derselben: f» wenig kann das geistige Leben der Seele bestehen, ohne׳ den öfters wiederholten-Gmuß der Wahrheit.— Daher zur Sache! ' ׳•"' ׳■' Das Gebet ist und bleibt dem wahrhaft Frommen' etwas Unentbehrliches zu seinem Glücke. Es ist das selig«- machende Geschäft, das den Menschen feinem Gott näher führt und har seine ungetrübte Quelle in der Betrachtung' der erhabenen Größe eines gütigen, gerechten und heiligen Wcltregicrers, so wie in dem Lemürhigen Anerkennen un« fcrcr eigenen Schwache und Unterwürfigkeit. In jenen stkigtn Augenblicken, in welchen die Seele diesen großen Gedanken denkt» wird das fühlende Herz, durchdrungen von der Liebe» Ehrfurcht, Dankbarkeit und dem Vertrauen gegen rin solches West» viel zu enge, um alle diese heiliges Empfindungen, die dieser einzige Gedanke . fchajfh