Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 1 H. (1807)
- Article
- Nachrichten von den jüdischen Schulen in Wolfenbüttel, Frankfurt am Main, Berlin und Deßau
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 14)
- Language
- German
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Uebersetzung. Vor dir, o Gott! der du unsere Tage zahlst, in des׳ sen Hand das Leben aller Geschöpft liegt, werfen wir uns anberend nieder. Was sind wir, o Herr? Der Blume gleich, die oft vom Morgenstrahl cmfaltct, schon vom Mittagsstrabl welkt! — Was ist unser Leben? Ein Hauch, rin Dunst, ein Schatten.! — Selbst das längste rauscht dahin, wie ein Strom, in das Meer der Vergessenheit. Doch wir sind mehr als Blume, als Hauch und Dunst. In unserer Körperhulle wohnt ein Geist, den du, Allmächtiger! uns cingehaucht! der uns — dein Ebenbild — für eine bessere ewige Welt bestimmt; eine Welt, wo keine Erden - Sonne untergehet. Hilf, o Vater! daß wir stets folgen dem Rache dieses bessern Geistes; daß wir immer streben dir treu zu die» neu. Und ziehet der Sinnlichkeit schwere Fessel uns zur Erde nieder, daß unser bethörres Herz wider deinen weisen Rath handelt, so führe uns zu dir zurück, und laß die irdische Hülle nicht beilegen Len reinen himmlischen Geist» — Vergicb Mgütigcr unser Vergehen, und verzeih dm Unbestand, das schwache Wanken zwischen Recht und Schuld! D» trugst uns bisher mit Geduld, v trage uns frr* der mit Datertreue! Leite uns, daß unser Fuß nicht aus« gleite; sey unser Schutz; wende jegliche Plage von uns ab; gieb uns immer unser täglich Brod, damit wir dir mit frohem Muthe dienen können! Unser Vater, erbarme dich unser! -Gelobt sryest du Darmherzigtkl ' - . ׳ . ■ Rebe.