Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 1 H. (1807)
- Article
- Nachrichten von den jüdischen Schulen in Wolfenbüttel, Frankfurt am Main, Berlin und Deßau
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
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48 uns deshalb Mähe gegeben, und sehn den guten Erfolg schon dadurch deutlich, daß wir einige Schüler wirklich bereits als Lehrer recht gut gebrauchen können. Erwachet also meine Glaubensbrüder ans euerm laugm Schlafe , gebt der Stimme der Vernunft Gehör. Nichts ist für das Wohl eurer Linder zuträglicher als die Vcrbes« scrung des Schulwesens! Wähnet nicht, daß sie dadurch auf Abwege geleitet werden, die ihr als Bekenner des Mo« saischcn Glaubens zu scheuen verpachtet scyd! Fern von uns scy cs, euch etwas zu rathen, das euer Gewissen be« unruhigen kennte. O nein! wir sind ganz anderer Meinung. Wollet ihr vielmehr euer Gewissen beruhigen, eure Kinder vor Irreligiosität und Frivolität schützen, so sckaf« fct das Unzweckmäßige der alten Lehrmethode, die vielleicht in alten Zeiten gut scyn mochte, jetzt aber durchaus schab-!ich ist, gänzlich ab; errichtet dafür Schulen, die unserer Zeit angemessen sind, in Lenen euren Kindcm die heilige Religion unserer Vater mit Herzlichkeit und Wärme auf ihre vernünftige Einfachheit aeducirt, gelehrt und Sinn für das Höhere und Göttliche beigebracht wird. Gewiß, wir sind es überzeugt, euer Unternehmen wird euch herzlich freuen und der Segen eurer Nachkommen wird euer Bemühen auf eine erfreuliche Art krönen! Den Freunden eines verbesserten Schulwesens dürften wir einen Ecfallm erzeigen, wen« wir ihnen von einigen jüdischen Schulen etwas Näheres nnttheilm. Da das hier Folgende besonders von dem Streben vieler unstee Glausollten: so würde auch zugleich dcrDorkheil daraus entstehen, daß talentvolle arme Schüler sich einst durch - «ine Lehrstelle anständig ernähren könnten.