Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 1 H. (1807)
- Article
- Der Mensch
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Was quält-dtn Zehner ihr mir Lehren? Laßt ihn sich» größer, selbst bekehren! Weist ihn durch sanften Liebesblick, Und, traun, er wird der Seinen Glück. Ein muthig Reh, mit zwanzig Jahren, Springt er vergnügt und trotzt Gefahren, Und lacht des Weisen frommen Harm In seines holden Mädchens Arm. Doch bleibt an dieser Klipp' er hangen, Er kommt— und schaut — und ist gefangen — Und sieht, da er kaum Dreißig zahlt, Don Frau und Kindern sich gequält. Wie er sich itzt mit Vierzig windet! Greifes gut und schlecht, so wie er's findet^ Flicht selbst die Freunde, emsig, schm; Bleibt seinem Platz als Sklave treu. - Tritt er erst in der Fünfzig Reihen r Sehn wir den Leichtsinn ihn bereuen; Den Weltprunk schmähen, weil — die Noth Ihm den schon zu entreißen droht. - Fragt nun, was ihm zu Sechzig bliebe! Er handelt ohne Zweck und Triebe, * Denn ach, von langem Kampf erschlafft, Verließ ihn Geist »und Körpers-Kraft.