Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über die religiöse Bildung der Frauenzimmer jüdischen Glaubens
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 7)
- Language
- German
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47nur folgendes ansühren will. Es scll nämlich der Ehemann während eines ganzen Jahres nach ftiner Hochzeit sich nicht auf weite Reisen begeben, uni dadurch seine Frau nicht zu betrüben-u. dergl. mehrere. Nun wäre noch ein Stein des Anstoßes zu beseitigen, nämlich bas tägliche Gebet: „Gelobt scycst du, Ewiger unser Gott! Herr der Welt! daß du mich nicht als Weib geschaffen hast! über welches schon so mancher, und selbst der ehrwürdige, humane Bischof- Scnateur, Herr Grcgoire in seinen vortrcsfiichen-Schriften ein großes Erstaunen äußert. Die Worte unftrs verewigten Isaak Euchel mögen als Widerlegung dienen. „Man würde, sagt er*), die Rabbincn unrichtig beurtheilen, wenn man den Grund zn dieser Benennung in ihrer Geringschätzung des weiblichen Geschlechts finden wollte. Wer die Schriften der Rabbincn kennt, der weiß, wie sehr sie die höchste Achtung für dieses Geschlecht, dem wir so viele Freuden, unsre Pflege, Erziehung und einen großen Theil unserer sittlichen Bildung zu verdanken habm, allenthalben empfehlen. Wenn wir Männer dem Schöpfer dafür danken , daß er uns nicht als Weib geschaffen; so verstehen wir darunter, daß wir nicht den mannigfaltige» natürlichen Schmerzen und Unbequemlichkeiten wie diese ausgesetzt sind. Das Frauenzimmer hingegen dankt seinem Schöpfer nach der weisen Lehre, man müsse das Nebel von Gott mit eben dem Dank aüfneh« mr», wie das Gute; indem es in dieser Stelle betet: ’. v ' - ■ Ge- *) In einer Note ju seinen ine Deutsche übersetzten Gebete der Juden. ■ $'