Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über die religiöse Bildung der Frauenzimmer jüdischen Glaubens
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 478 (sequence 6)
- Language
- German
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478 chen Fällen lcichtsiirnigcr als der Mann sey *). Also auch die Talmudisten, wcnigsicns die Einsichtsvollem unter denselben, hegten kcineswcgcs eine geringfügig« Mcinung von dein weiblichen Geschlcchre **). Eie befreiet«» dasselbe sogar aus Achtung für seine Verdienste um die Häuslichkeit, von fast allen Ccrcmonialgcsctzen, die an Zeit gebunden sind*"), und wenn sie dieselben etwa doch erfüllen, so ist cs nichts anders als ein unnützes Nachahmen männlicher religiöser Convenicnzcn, deren Sinn ihnen sogar ganz unbekannt ist. Auf Häuslichkeit wollten die Tülmudistcn die Pflichten des Weibes mehr rcducirt wissen, rmd das war doch wohl so ungerecht nicht. Ist nicht dasselbe da an seinem schönsten Orte, wo es seine Berufspflichten gehörig erfüllen kann? Zugcstandcn, daß die Vorschristen der häuslichen Pflichten, die die Talmudisten den Weibern ertheiltcn, wirklich mitunter etwas nach dem Geschmücke des Orients abgefaßt waren: sind denn aber dieselben so heilig, daß sie nicht modifisirt und nach den veränderten Umstanden umgeformt werden dürften? Eeschieht dicß nicht vielmehr wirklich schon langst? Indessen gicbt cs auch sehr gute religiöse Vorschriften für den Ehestand, die den Meisten unbekannt sind, von denen ich z. B. nur *) קליות jrmc’iw. **) איקירי לינשייכו כי היבא דתתעערו Ehret die י . Frauen, auf bas, es e!1ch wohl gehe, heißt eS im Talmud im Traktat Kiduschin. -**) Die Zeit ist der Hausfrau kostbarer jur Erfüllung häuslicher Pflichten und kann nicht mir Cercmonicudienst verschwendet werden. Dieß war die Meinun« der Talwudisten. . "