Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über die religiöse Bildung der Frauenzimmer jüdischen Glaubens
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856458-2314123--00604-2314686- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
thcv tr konnte um diese Zeit, wie Mendelssohn in scinrru hebräischen Commcntar zum Prediger sich äußert, deshalb unter raufend Weibern keine einzige nach Wunsch finden, weil er unter Tausend wählen konnte und nicht bloß Eine kannte, deren Vortrcfflichkeit er weit leichter zu schätzen im Stande gewesen wäre. In dev Zeiten der Propheten standen die Weiber gewiß im ehrwürdigen Ansehen bei den Juden. Wem ist die kühneDebora, die heilige, begeisterte Sängerin, die Prophetin ihres Volks wohl unbekannt? Horen Sie doch, edler Freund, was der Prophet Malachai*) in einem besonder» Capitcl, das mit den schönen Worten beginnt:Wie! haben wir nicht alle Einen Vater? Schuf uns nicht Eia Gott? warum soll Bruder gegen Bruder treulos handeln u. s. w: — über die Heiligkeit der Ehen spricht"-Zähren des Jammers netzen den Altar des Ewigen — nicht mehr kann er sich zu eucrn Opfern wenden, nicht gnädig sie annchmcn. Fragt ihr: weshalb?— hier war der Ewige Zeuge zwischen dir und deiner jugendlichen Gattin, die du so .fälschlich behandelst, sie, die deine treue Gefährtin und Bundesgenossen ist. Wie? schuf nicht Gott selbst diese Vereinigung? wollte er nicht, daß ein Trieb sie beide beherrsche? und was beabsichtigte er mit dieser Eintracht anders als eine göttliche Nachkommenschaft? Sey daher für deinen eigenen Geist besorgt, handle nicht lieblos gegen dein jugendliches Weib. Denn verhaßt ist mir Zwietracht, spricht der Ewige u. s. w. „ Aber *) Ins Deutsche übersetzt von Herrn Neumann, Lehrer an den jüdischen Schule« m Deßau. (Bei M. Philippsso-« daselbst.)