Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über die religiöse Bildung der Frauenzimmer jüdischen Glaubens
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 474 (sequence 2)
- Language
- German
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474 scheidend widerspricht. Nachforschen laßt uns vielmehr, ob dir Sage wirklich gegründet sey oder nicht; denn Gründe nur, nicht Worte führen ja znnl Ziele.-Co sprach mein Her; sehr oft 5« mir in manchen Stunden der Weihe, wenn dieser Gegenstand mein Gemürh bcschaffrigtc, ein Gegenstand, der gewiß jedem redlichen Manne wichtig ist, und höchstens nur einem alten Grillenfänger gleichgültig scyn dürfte. Ich überlegte deshalb sehr oft dafür und dawider und am Cchlusse — was dachte ich? — was konnte ich wohl denken? — Das Weib soll leben! rief ich voll der Begeisterung aus, es versüßt uns das Dascyn; es ist — wenn es will — die Beglückerin des Menschen auf dem dornichtcn Pfade seines mühevollen Lebens hienicden! Ungerecht und hart sind die Beschuldigungen gegen die jüdische Religion! Glaubt es lieben Mädchen und Frauen in Israel einem eurer innigsten Verehrer, glaubt cs einem wahrheitlicbenden Manne, der nicht gerne ohne Gründe etwas sagt! —konnte ich dann jedesmal laut «msruftn. Sehr angenehm ist cs mir daher, Ihnen, thcurcr Freund, etwas Näheres über diesen Gegenstand mitzutheilen, nnd Eie, wenn cs mir gelingen sollte, von Ihrem Irrwege, den Cie unsere lieben Frauenzimmer betreffend, cingeschlagen haben, so viel als möglich abzulciten. Es haben kurzsichtige Ecribcntcn oder eigentliche Judenfeinde, deren Zahl leider Legion ist, sehr oft die Behauptung ausgestellt, daß vermöge der jüdischen Gesetze die Mädchen und Frauen höchst gering geachtet werden müßten, oder man war so bescheiden, diese üble Sitte dem elenden Geiste des Orients, bem ehemaligen Vaterlande der Inden, wo die Wei-