Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 452 (sequence 12)
- Language
- German
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Gcdairlcn, Laß alle Hoffnungen, die der Mensch auf sich, trotz scincrcingcschräuktcn Kraft, auf andere Menschen trotz ihrer Schwachheit, Veränderlichkeit und Hinfälligkeit, auf die vergänglichen, unbeständigen und unsicher» Güter der Erde setzt, sich dennoch in Gott zusammen finden, wo alle diese Mangel, Einschränkungen und Unvollkommenheiten nicht vorhanden sind; ferner die Vorstellung, daß Gott allein unser wahres Wohl kennt, und dessen unendlicher Verstand jede Kraft durchschauet, jede Lage, jedes Derhaltniß genau weiß und alle Umstände und Begebenheiten nach ihren Ursachen und Wirkungen begreift, daß seine Plane nicht trüglich, seine Entwürfe nicht täuschend scyn können; daß endlich die ganze Natur und alle ihre Wirkungen seiner Leitung unterworfen und alle Kräfte nur nach seinem höchsten Willen thatig sind: alle diese Begriffe zusammen leiten das Vertrauen des wahrhaft Religiösen zu der Höhe und Starke, die ihn über alles Irdische erhebt, seinen Murh und seine Zuversicht unerschütterlich macht, und ihn alles Gute, als Belohnung der Tugend, getrost und sicher erwarten laßt *)» Auf *) Die hebräische Sprache hat mehrere Benennungen für .... die Begriffe׳: Hoffnung, Erwartung: als - הותדת, צפה, חפה, יחר; keine derselben drückt aber besser eine zuversichtliche Hoffnung aus, als ׳ das Nennwort חקו ה von der Radix ,קח־, (ein Wort, das auch Schnüre, gerade!inie bedeutet), indem der Hoffende gleichsam von der Vergangenheit bis zu der Zukunft eine gerade time mißt, und seine Hoffnung als nokhwcndige Folg« der vorhandenen Ursache betrachtet. Die heil. Schrift bedient sich dieses Worts meistentheils, wenn die Rede von der Hosftnmg auf Gott ist. י * . -׳;