Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 449 (sequence 9)
- Language
- German
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449 Mit diesen Gefühlen der Liebe und Ehrfurcht vereintzen sich noch in dcmHer-cn dcsAcchrrcligiösen zwciHanpttugenden, welche seine Eottftligkcir begründen, seinen Lebenswandel ebne» und allen seinen Gesinnungen eine freie und edle Tendenz geben. Dankbarkeit gegen Gott und Vertrauen auf d essen Güte; diese beiden Tugenden sind die festen Stützen, auf denen die wahre Frömmigkeit beruhet, und die dem Frommen das reinste, innigste Vergnügen gewähren, feine eigne Ehre schützen, seinen Verstand und sein Herz veredeln. Die Dankbarkeit gegen Gott, den höchsten Wohltha« tcr, den liebreichsten Vater, den besten Freund, diese sanfte und angenehme Empfindung erhöhet und veredelt dem religiösgcbildetcn Manne jeden Genuß des Lebens, macht ihm jedes Gute, das er hat und besitzt, schätzbarer und wichtiger, erweckt iu seinem Herzen die innigste Freude über die aus der Hand des Schöpfers empfangenen Gaben und laßt ihn den höchsten Trojr, die reinste Seligkeit finden. Gewohnt, jedes Gute, jeden Genuß als ein Werk Gottes zu betrachten, jede Wohlkhat nach ihrem ganzen Umfange! zu erkennen und sie als eineHabe Gottes, der höchste»; und letzten Ursache, von der alle Mittclursachen als Folge» entstehen, anzusehcn, über die. Größe, Mannigfaltigkeit rmd Milde der göttlichen WvIcharen nachzudenkcn, be» : schäftigt sich der wahrhaft Fromme stets mit diesen Gedan« s km und überlaßt sich ganz den Gefühlen der dankbare»! Freude. Immer mehr sichet er ein, daß alles menschliche i Forschen, auch das sorgfältigste, nicht fähig ist, alle i Probcn der göttlichen Liebe zu bemerken, daß das längste; i MenschenaKer nicht hiureicht, ihre Größe und ihren Werth ^4-Jahrg. r. Band. K k ' nach