Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 447 (sequence 7)
- Language
- German
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447 Frömmigkeit, fein andächtiges Kniebeugen» fein Hände« fallen, sein Emporheben der Augen, sind, wenn auch nicht immer ctfiittffcltc Bewegungen der Heucdcley, doch gewiß bloß mechanische Fettigkeiten, kalte, angewohnt« Stellungen und Gebchrden des Körpers, wobei die Seele ganz leer ansgehet und das Herz nichts fühlt. — Ganz anders erscheint uns jener, der denkend« Eottesverehrer. Mit inniger Liebe weihet er seine ganz« Seele dem Eott, den er in seinem Herzen fühlt und mit feinem Verstände erkennt; an seinen erhabenen Vollkommenheiten, an der Betrachtung seiner Werke, an der Vorstellung seiner göttlichen Eigenschaften findet er ein inniges, beseligendes Vergnügen. Diese Liebe zu seinem Schöpfer, zum Schöpfer des Weltalls, erhalt und ernährt in ihm einen stets regen Trieb, ihm, dem Eott der Liebe zu gefal, len und seinen Vorschriften zu gehorchen. Wahre und aufrichtige Ehrfurcht gegen denselben beseelt sein ganzes Wesen; tief im Innersten seines Herzens empfindet er di« Hochachtung seiner Hoheit und Größe; und dieses Gefühl macht ihm den Gedanken an Gott zum ehrwürdigsten und feierlichsten, bestimmt jede seiner Vorstellungen und Begriffe, lenkt jede seiner Handlungen, giebt ihnen allen ein« Richtung, die dem ernstesten, heiligsten Gefühle entsprich^ und befestigt seinen Entschluß , sich überall diesem Gefühl« gemäß zu betragen. Alle seine Gesinnungen und Empfindungen sind Ausbrüche der Ehrfurcht und Liebe, rein und lauter, wie die Quelle, aus der sie entspringen. Die Resultate, die er aus der seligen Erkenntniß seines göttlichen Urhebers gefolgert, praktisch anzuweude», drn Gesetzen derselben in jeder Hinsicht zu folgen; dieß ist ihm Zweck de«