Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 440 (sequence 16)
- Language
- German
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gar in ihr ursprüngliches Vaterland, den Orient, für den sie doch auch nicht mehr passen, zurückzuschicken: statt dessen, sage ich, Ware es doch wohl weit besser, thrmlicher und zweckmäßiger, fie durch Erziehung der Jugend zur Moralität wieder zurückzuführen. Aus mißverstandenen Grundsätzen der Toleranz hat der Staat bisher viel zu wenig sich um sic bekümmert. Um ihre Gewissensfreiheit in keinem Stücke zu beschranken, hat er sic ganz sich selbst überlassen. Aber heißt dicß Intoleranz, wenn er es ihr zur Pflicht machte, ihre Kinder zweckmäßig eingerichretr Erziehungsanstalten besuchen zu lassen? Ist es Intoleranz, wenn er dadurch ihre religiösen und moralischen Grundsätze aufzuklärcn, dem Aberglauben und der Unwissenheit entgegen zu wirken sucht? Soll der Mensch, dieser Chimäre wegen, nie die Ucberzcugung des Bessern erhalten, und ist nicht Belehrung der einzige, richtige Weg, der dahin führt? Diese Grundsätze sind so wahr, daß es zu verwundern ist, wie man sie so lange verkennen und noch nicht auf ihre praktische Anwendung denken konnte. Jetzt sollte dieß um so mehr von Seiten des Staates geschehen , da der Jude selbst an mehreren Orten die Hand bietet, da mehrere dieser Nation anfangen, ihre Bedürfnisse zu fühlen und das Bessere zu wünschen. Möchten Europa's weise Regenten allgemein dieses beherzigen und durch die Erhebung eines so beträchtlichen Theils ihrer Unterthanrn, deren Einfluß auf das Woh! des Staats so groß ist, wvhlthatig und wahrhaft väterlich für dasselbe sorgen! Der heiße Dank der glücklicher Gewordenen, der Dank der Nachwelt und Unsterblichkeit ihre-