Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856461-2314118--00534-2314625- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4 *S So denke ich von einem großen Theil meiner Glaubenstrüber, und in der schönen Hoffnung , daß ich mich nicht tausche, wage ich c6 laut, einen kleinen Fehler zu rügen, dem billig abgeholfen werden könnte: ich meine: den überflüßigcn und verschwenderischen Auf» wand an Feier - und Festtagen- Löblich ist es und höchst religiös, die in der Dibek nngeordnerenFesttage auch durch äußere Nuszcichnungen zu unterscheiden. Selbst der Talmud ermahnt hierzu: — ״Verehre!hn durch den Genuß der Speisen sowohl als durch ein sauberes Feyerkleid" (2כדהוכ0!<כ<^וככ!'2תה וכבדהו ככסות נקידז) : ater diese Verehrung bestehet nichk bloß in verschwenderischem Putze und übcrflüßigen Mahlen, nicht bloß in sinnlichen, sondern in geistigen Der» gnügungen. Hier ruhet das Volk von seiner drücken--- den Arbeit, die Nahrnngüsorgcn schwinden, und seiner Bürde ist cs auf einige Tage entnommen. Auf seinen m oralischcn Zustand soll cs einige Blicke werfen, seine schöne Muße soll cs dazu amvenden, um Beobachtungen über Gott und sich selbst anzustellen, und außer der Cynagoge soll es eilend solche Hauser besuchen, in denen das -Wort Gottes gepredigt wird; hier soll cs Seelenruhe rmpfindcn *) und befestigt werden in seinem Glauben an Gott und Tugend. Das ist der wesentliche erste und letzte Zweck der Feycrtagc nach der Bibel*') und dem Talwud. Nnn gicbt es aber Leute aus der mittler» Volks» klaffe, die entweder an Wochentagen — wo sie doch die meisten Kräfte bedürfen — lieber darben, um dcsiomehr an Festtagen genießen zu können: oder, wenn auch entbeh» ren ihre Sache nicht ist, doch sowohl in ihrem Aeußern, als in dem Genüße der Speisen an Festtage» großen Auf» tvand machen. Das Geld hierzu muß herbei geschafft werdm, ' *) Die Talwudifien nennen das («TVriJ **) Wenn am Sabbath deine Tritte rasten; Wenn an meinem heiligen Tage Gewerbe ruhen- Wenn du den Eaidakh Luft der.Seel« aennstr . Gottes HeNiauirg ganr aeweihet: Geweihet» durch Rasten vom Wcltgetürmnel. Wenn die Seele von eitlem Wunsch, Der Mund von leeren Reden schweigt: Q dann jrndeft du beim Ewigen Seelenruhe gewiß! Irsata«!7. »r. «•»'