Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Der ehrwürdige jüdische Gelehrte und Dichter Hartwig Wessely
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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414 philosophischen Geduld die Leiden feines Lebens als »oth- «endige Fügungen in den unaufhaltbaren Kreislauf des ewigen Geschicks. Seinen Grundsätzen getreu, starb er wie er lebte; sanft und weise. David Fränkel. VIII. Gallcric schädlicher Mißbräuche, unanständiger Con- Demenzen und absurder Ceremonicn unter der» Juden. ' z) Ueber den überflüßigen Aufwand an Festtagen.!§tcin Vernünftiger Israels kann wohl die offenherzige Sulamith deshalb eines Tadels zeihen, weil sic einen kleinen Feldzug wider herrschende Dorurthcile und schädlichen Aberglauben unternimmt. Wir gewinnen ja alle dabei, wenn die finstern Wolken des Aberglaubens von der leuchtenden Sonne der Religion zerstreuet werden, damit wir diese in ihrer ganzen Herrlichkeit desto mehr bewundern können. Der denkende Leser Sulamith wird also gewiß jedem, der irgend einen unter der jüdischen Nation eingcschlichencn Fehler oder Mißbrauch rügt, die billigste Gerechtigkeit wiederfahren lassen, und ihn im Stillen — wenn ers auch öffentlich nicht wagen sollte — mit den Worten eines berühmten Dichters segnend danken: Der Freund, der mir den Spiegel zeiget, Den kleinste» Flecke« nicht verschweiget, Mich freundlich warnt, mich ernstlich schilt, _ Wenn ich nicht meine Pflicht erfüllt: " Das ist ein Freund, So wenig er es scheint. —- C»