Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856461-2314113--00495-2314595- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
38S Antwort, die er jenem Fürsten gicbt, voller Zuversicht und Vertrauen auf dm Gott, de» er anbetend ehrt, froh und fröhlich ob der Edelthat, die er uneigennützig ausgeübt» seinen Zeitgenoffen zum lebendigen Beispiele, das auch unsere Bewunderung völlig verdient. ^— Vollkommen kann kein Glück hienieden seyn, und auch Abraham musice dieses erfahren: Siegreich kehrte er in seine Heimath zurück, an irdischen Gutem leidet er nicht den geringsten Mangel, und die innere Seelenruhe machte ihn zufriedener als manchen Thronbesteiger. Doch das Wichtigste fehlt ihm noch in seinem irdischen Paradiest — ein Sohn, in dem er sich wieder anfblühm sehen könnte, und wie ein folgsames Kind bespricht er sich deshalb mit dem himmlischen Vater: „Herr! wozu mit Gütern mich versorgen, ich gehe ja kinderlos herum!" So macht der Fromme seinem gepreßten Herzen Luft, er schüttet es ans in den erbarmenden Schooß der Gottheit, und wie der Freund dem Freunde, entdeckt er dem Derheißer alles Guten, was ihm noch zur Glückseligkeit fehlt: den süßen Namen D a t e r wünscht er nun bald zu führen — und in einer schauerlichen nächtlichen Stille ward ihm die Antwort: Sieh gen Himmel und zahle die Sterne — so sollen deine Kinder senn. Befriedigt war das Herz des Bittenden und durch keine vorwitzige Frage setzt er Mißtrauen in die göttlichen Verheißungen, nein! unerschüttert und fest war sein Vertrauen: „Er glaubte dem Ewigen und dieser rrchnetr es ihm zur Tugend." — : Ohne die angefangene Biographie j« endigen, muß ich hier abbrechen, liebe Freundin, wenn mein Brief nicht ■ . r»