Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 10)
- Language
- German
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. 383 intb leitete auch hier die Fehlenden auf den beglückenden Pfad der Wahrheit. Verkündet war nun den Irrenden das Daseyn eines einzigen Schöpfers, von Abgötterei befreiet das abcrglau« bische Herz und statt ihrer fing der edle Saame der göttlichen Wahrheit an Wurzel in ihm zu fassen. — Aber wie kann man diese Wahrheit in Ausübung bringen? Wie kann mau sich dem Gotte gefällig bezeigen, den man im -Kerzen fühlt, wie sich seinem erhabenen Throne nähern und sich seiner Güte würdig beweisen? — Sind's rauchende Altäre allein, in denen unsere Ergebenheit in seinen Willen, unser Vertrauen auf seine Güte sich aussprechcn können? — Sinds Anhöhen, auf denen wir nnser Dankgefühl mit lallender Junge äußern? — Einds Priester, die an unserer eigenen Stelle unfern Dank abstatten sollen dein Herrn der Heerscharen?-, Nein! Liebe ist das Wesen aller Religionen, der Geist, der in allen weht; Liebe ist das Wesen der gütigen Gottheit, und gefällig kann man ihr nur werden durch Liebe, durch Bruder- «nd Schwesterliebt. Dies ist der einzig rechte Weg, der zum Tempel der Gottheit führt. Diese große Lehre sollte» alle diejcirigcn beherzigen lernen, die Abrahams Hand gebildet. Nicht Worte warcns, wodurch er diesen Grundsatz der Moral und Religion lehren wollte» nein, diese würden manchem Ohre ein leerer Schall gewesen seyn. Thate» machen einen stärker» Eindruck, Beispiele wirken unverfehlt auf das Her; der schwachen Menschen. Und er ging ihnen voran, der fromme Patriarch, diente ihnen zum Muster der Zeinen achten Menschenliebe.