Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856461-2314113--00491-2314591- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
jcber Krankc, der sie an ihm erblickte, wuede auf der Stelle genesen * *•)). Wahrheit predigte er, Religion suchte er zu verbreiten — die schönste Perle im schönstcu Schmucke , in dem weiblichen vorzüglich — und wer wollte dieser Himmlischen das Knie nicht beugen? — Doch, meine Werrhe, wir verfolgen die Reift des Patriarchen immer mehr gegen Mittag, und haben die Freude zu sehen, wie sein kindliches Vertrauen abermals die Feuerprobe bestehet: kaum hatte er das Ziel seiner mühsamen Reift erreicht, so clttstand Hungersnoth im Lande Kanaan. Geduldig und ohne Murren verlaßt er Palästinas Fluren, reist nach Aegypten an dcr Hand seiner schönen Chaldäer in, die er den häßlichen Aegyptern als seine Schwester verstellte, aus Furcht, sie möchten den Gatten der Gattin wegen tödten. Dcr König findet die Schwester seines Gastes so schön, daß er wünscht, sie unter seine Gemahlinnen aufnehmen zu dürfen, ward aber von einer plötzlichen Krankheit überfallen. — Die Priester, sagt Josephus, entdecken ihm die Ursache dieser Krankheit, er laßt seinen erhabenen Gast rufen, macht ihm freundschaftliche Vorwürfe über seine Nothlüge, stellt ihm seine schöne Sara") wie- *) Tractat JBaba bathra. *•) Manchen frivolen Spöttern gab diese simple naive Erzählung Anlass zum neuen Spotte: „Sara über 60 Iabr eine gefährliche Schönheit noch?" Um nicht auch meinen werrhcn Leserinnen zu einem ähnlichen Scherze Anlass zu geben bemerke ich, dass r) im Lande Cdaldaa die Schönheit, und Ln Aegnpten die Hässlichkeit zu Hause war; dass 2) die damaligen Menschen durch eine einfache webleingcrichrete Lebensart ihre Schönheit bester zu konferviren wußten, als manche heutige vornehme