Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Über einige bei der jüdischen Nation bestandene, und zum Theile noch bestehende religiöse Sekten
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856461-2314111--00470-2314573- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
S6z ohne Dorwisim ihrer Vorgesetzten nichts mittheilcn. Sie befleißigten sich der 'Arzneiwissenschaft, um damit dem Nebenmcnschcn unentgeltlich beizusichen. Den Eid hielten sie für verboten, und waren auch nieinals dazu zu bewegen; ihr gegebenes Wort und Versprechen aber galt bei ihnen an Eides Statt. Bei der Aufnahme eines Erwachsenen in ihren Orden gicng cs folgendermaßen zu. Dem Kandidaten» der sich zur Aufnahme in ihren Orden meldete, gaben sie sogleich einen Grabscheid und ein Schurztuch, als Symbole der Arbeitsamkeit, a:rch mußte er sich an ihre Kosi gewöhnen; doch durfte er sie nicht in ihrem gemeinschaftlichen Speisesaal zu sich nehmen. Wenn sie sich nun eine lange Zeit von seiner Keuschheit, Arbeitsamkeit, Ordnung, sowie überhaupt von seinem moralischen Charakter überzeugt hatten , ward ihm auch ihr Ordenskleid gegeben, jedoch blieb er noch immer von ihrem gemeinschaftlichen Tische aus« geschlossen^ bis er sich endlich nach zweijähriger Prüfungszeit zu folgendem verpflichten mußte: daß er nämlich Gott aus allen Kräften dienen, die Tugend von ganzer Seele liebe», und jedem Menschen Gerechtigkeit widerfahren lassen wolle, daß er Äiemand mit Vorsatz beleidigen oder Schaden zufügen, jedermann, vvrnÜmlich seinen Vorgesetzten, Treue und Elanbcn halten, und falls er andern vorgesetzt würde, seine Gewalt nicht mißbrauchen, sich keines Putzes, noch irgend einer prächtigen Kleidung bedienen, den Reickthum und Uebcrflnß irdischer Güter verachten, seinen Mund vor Lugen und seine Hand vor Diebstahl verwahren, vor seinen Mitgenosscn kein Gcheimniß Habens wohl aber die geheimen Angelegenheiten des Ordens einem Dds Pro-