Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 10)
- Language
- German
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loß. Denn wie verschieden sind diese Brüder, die übrigens m der Hauptsache fast ganj mit den religiösen Principicn der polnischen und deutschen Juden übereinstimmcn, und wie natürlich, als völlig achte Juden von denselben betrachtet werden; wie so sehr verschieden sind diese Brüder Von ihre» polnischen »nd deutschen Glaubensgenossen! Ihre An^ dachtsübnngcn in ihren Tcnipeln sind ordentlich, ruhige feierlich und erbaulich; die meisten ihrer Rabbinen sind achtgclchrte Männer, die Sach - «nd Wcltkcnntniß haben und gute Prediger sind; ihre Redner sind vortrcfiich; ihre Kinderlehrer sind lobcnswcn'h, ja selbst ihre Schulansialtcrr verdienen als z. B. in Livorno u. in a. O. m. das beste Lob. Ihre Sprache ist »»vermischt und rein, nnd ihr Betragen nicht auffallend ausgezeichnet. Wer erkennt nicht bald die Verschiedenheit dieser Israeliten von vielen deutschen ihrer Confeffion? Nur nach jenen sollte man jederzeit den religiösen Cultus der Juden beurcheilen» wenn man sich in Untersuchungen über diesen Punkt einlaßt. So lange unsere deutschen Rcligionsverwandten nicht einmal soweit schreiten wollen, sich jenen Glanbensbrüdern durch Annahme mancher ihrer Sitten einigermaßen zu nähern, und sich vielmehr dagegen sträuben: so lange wird anch unsere Gallerie noch immer sehr nothwendig, und in vollem Gange bleiben müssen. . Frcimuchigkeir und selbst nicht die kleinste Aeußernng der Furcht vor der Writh der Fanatiker, sey jederzeit daS ächt^Kennzcichen des Geistes, der in Sulamiths religiösen Belehrungen sich aussprcche. Bann und Verfolgung in Religionssache«, die, wie die Erfahrung lehrt, noch keinen Menschen besserte«, sind gottlob! schon längst \ . , - ■ «uS