Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 320 (sequence 2)
- Language
- German
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zss betrachtet wird. Wer cs nun gar wägt etwas öffentlich hcrauszugeben, worin mit der Vernunft etwas Dernünftiges bewiesen wird, der ist aus der Ursache ein Religivnslästerer, weil der gewöhnliche Mensch dadurch aufmerksam gcniacht, etwa anders belehrt, und zu irgend einer andern Ansicht der Dinge verleitet werden könnte. So sind ungefähr die Maximen mancher unserer Neligionsvcrwandten. Obgleich es mehreren geschätzten alteren jüdischen Volkslchrcrn zufolge, die höchste, dem Iudcnthume äußerst angemessene Wicht ist, über eine jede Glaubensfache gehörig nachzudenkcn und immer die Vernunft zu Rache zu ziehen, um sich von der Acchtheit des reinen Glaubens völlig zu überzeugen; indem jeder blinde Glaube Unsinn, der überzeugende hingegen der eigentliche wahre und ächte sey; obgleich es aus diesem Grunde auch in der heiligen Schrift niemals heißt: Glaube dicß oder jenes, sondern fast immer: Erkenne dicß u. f. w. als z. D. ,^Damit du erkennest, daß der Ewige wahrer Gott und ausser ihm keiner sey, (5DM. 4. zy.) und dergleichen Stellen mehrere, die darthun, daß blindlings etwas zu glauben, dem eigcntlichcn Geiste des Iudenchums entgegen gesetzt, und vielmehr eine vernünftige Untersuchung zur Befestigung des reinen Glaubens als nothwendig zu empfehlen ist; so hört man dessenungeachtet von vielen sehr oft die lieblosesten Derdammungsurtheile anssprechen, wenn es irgend jemand wagt, die mindeste eingeführte veraltete Ceremonie zu tadeln. Die kleinste Rüge irgend eines unbedeutenden,' verrosteten Gebrauchs, (JirtJD)bfr sich oft. nur in einer einzigen Gemeine. Autorität verschafftes gibt nicht selten de» bereit-