Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 3)
- Language
- German
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zr6 . Dollendung. Euch verkennt auch der Weift nicht, der mühsam nach dem inner» Zusammenhang der Dinge spähet und nach den Gesetzen der Logik Systeme auf Cystenie bauet; eure faßlichen und kunstlosen Aussprüche sind ihm eben so ftbendig und wirksam, als die gründlichsten Definitionen. :— Ihr beflügelt die begeisterte Phantasie des Dichters, um sich zur hohen Idee der unsichtbaren Machte emporzuschwingcn, und durch erhabene Schilderungen die Seele zur Verherrlichung des Unendlichen anzuflammen. Euch zu Ehren erklang zuerst die einfache Lyra. Prachtvolle Tempel ragten in mannigfaltigem Schmucke majcssärisch zwischen den siinpeln Wohnungen der Sterblichen hervor. Priester schmückten sich, Altäre rauchten, Hymnen ertönten zu eurem Lobe. — Die schönen Künste wettx eiferten, eure ewigen Wahrheiten in geregelten Formen und heiligen Darstellungen dem Auge und Ohre zu versinnlichen. ■— Moral und Religion! heilige Eigenthümer aller Menschen und aller Zeiten! Unschätzbare Töchter des Himmels! von eurer Wahrheit und Göttlichkeit überzeugt, tra- . ten schon im grauen Alterthum Bevollmächtigte der Gottheit auf, und wirkten wunderbar auf die Herzender Menschen, indem sie den Willen Gottes verkündigten, und die Mit- und Nachwelt lehrten, was Gott. für uns ist, und was er stets für uns ftyn will; welche Anstalten er zu unserer Bildung und Beglückung getroffen, welche Hoffnungen .er uns gegeben, welche Aussichten er uns eröffnet hat. . Diese ewigen Wahrheiten kleideten sie in sinnlich- Worte und Ausdrücke, um desto starker und auffallender auf das Gefühl des Naturmenschen zu "wirken. — Die göttliche - Au-