Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Über die vornehmsten Ursachen des ehemaligen Verfolgungsgeistes in der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 4)
- Language
- German
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2$5 Urheberin jener Gräuel; sie, die nur der Gott der Liebe und Sanftmuth predigt, deren erstes und heiligstes Gcsttz ist: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst; lieb« deine Feinde , segne, die dir fluchen, — sie war cs nicht, die das bluttriefende Schwerdt in die Hand der Aasenden gab; sie diente nur der Bosheit, der Rache,, der Blutgier'zum Dorwande, um desto ungestörter und frecher unter dem Schleier des Heiligen den zügellosesten Leidenschaften zu fröhnen. Der erste falsche Begriff, welchen diejenigen, die, im Besitze einer göttlichen von Gott geoffcnbartcn Religion sich glaubten, daraus ableiteteu, war der, daß sie wähnten, Gott habe sie dadurch eines besonder« Vorzugs vor alldcren Menschen gewürdigt, sie ausschließend zu seinen Lieblingen erkoren und nur sie allein wären seiner Segnungen und Wohlkhaten würdig. Wäre dieser Begriffrichkig, so würbe freilich mit Recht daraus gefolgert werden können, daß diejenigen, die des Glücks einer Offenbarung nicht gewürdigt würden, von Gott weniger geliebt, von ihm weniger als seine Kinder betrachtet werden müßten und von dieser Idee, wenn sie einmal erregt ist, ist freilich die andere nicht fern, daß Gott die, welche von der Wahrheit seiner Offenbarung sich nicht überzeugen ließen, welche sich weigerten, in den Schooß der scligmachenden Kirche sich aufnch» men zu laßen , Gottes Feinde waren , seinen Zorn und Strafe verdienten und also auch von scmcn begünstigten Lieblingen nicht mit eben der Dwdcrliebe, wie ihre Glaudrnsgerro,'sen, umfaßt werden könnten» sondern vielmehr ihres Hasses würdig wären. Man mußte glauben, gerade dadurch seinen Eifer für die wahre Religion recht «arm -v,; an