Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 23)
- Language
- German
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44־ umgebenden feierlichen Stille, leicht mit Schiller das Mäthftl wie folgt losen können; sie würden ausrufen: ״Das ist der Liebe heiliger Eötterstrahl ״Der in die Seele schlagt und trist und zündet, ״Wen» sich Verwandtes zuin Verwandten findet, ״Da ist kein Widerstand und keine Wahl, ״Es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet." Aber wie die jüdischen Hochzeiten jetzt noch größtentheils Statt finden, ist cs nun einmal für das Brautpaar nicht am günstigsten. Man gönnt ihm bis Abends spät, wo es, ermüdet'von den Fatigucn des ihm lästigen Tages, ins Brantgcmach geführt wird, fast nicht die mindeste Erholung» und bis dahin kann es an nichts Dcrnünftigrs denken. — Ihr Eiferer, die ihr das Buchstäbliche liebt, ihr gesteht ja selbst ein, daß cs die Pflicht eines jeden sey, das Brautpaar am Hochzeitstage zu erfreuen; Warum schafft ihr also solche Dinge nicht ab, die den meisten Brautpaaren zuwider sind? Unmöglich könnet ihr mich wohl hassen, weil ich hierüber offenherzig rede; hasset ihr mich aber dennoch: nun, so fürchte ich nichts , und rufe euch mit dem Pfalmisten zu: ״Uebcrlegts im Herzen, auf euren Lagersiätten, und beruhigt euch!". — David Frankel. V.