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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 3 H. (9.1806) · p. Seite 223

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 3 H. (9.1806)
Article
Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
Date
1806-01-01
Page
Seite 223 (sequence 2)
Language
German
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Dir Eindruck, wclchcn manches eingeführte nonstnsr Wc« sm auf die der Sinnlichkeit ergebenen Schwärmer machte äußert sich nicht selten dergestalt, daß die elendesten Aus« wüchse der Religion bei der Mittelklasse des Volks im hei-- ligsicn Anfthn stehen, von derselben als das Wichtigste betrachtet werden, und gewöhnlich selbst den Grundgesetzen der heiligen Schrift vorgezogen ju werde» scheinen. Kein Wunder, daß dieser Fall größrcntheils Statt findet, in-- dem die biblischen Gesetze weit einfacher und vernünftigerer Natur sind , als die Erfindungen späterer Rakbinen, folg«- lich die Letzter» der sinnlichen Masse weit willkommncr sind, und von derselben mit mehr Enthusiasmus als die biblifchen Gesetze ergriffen werden , die doch mehr z« dem Herzen als zu den Sinnerr sprechen. — Eine außerordentliche Behutsamkeit ist indessen nöthig» wenn nian gewisse Dorurtheile und Mißbrauche der Juden, öffentlich rügen will, und wenn man vorjüglich keine cgo» istischen Bewcgungsgründe, sondern, wie es die Pflicht eines jeden redlichen Mannes heischt, bloß den ernstm Wiklen hat, aus allen Kräften das Unanständige und. Schad« licht aus dem Kreise seiner Mitmenschen zu verdränge«, und dafür das Gute zu befördern. Derjenige Jude, welcher die in seiner Nation ringeschlichenen Dorurtheile und Mißbräuche rügt, ist gewöhnlich der Unannehmlichkeit ausgesetzt, daß er von einem großen Theile seiner Glaubensgenosse» als ein Religionsspöt-. tcr, oder wohl gar als ein Gotteslästrer verschrieen wird, wenn es auch nur Gebrauche sind, die er rügt, weil bei Alltagsmenschen Religion mrd Ceremonie nur eia Ärgriff ist, und ihnen beides. gleich heilig ,erscheint-Wer also

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