Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 7)
- Language
- German
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221 י״ד־^י־״י־־'' schichte? Die jüdische Religion ist nur Geschichte, und, beruhet auf nichts andcrm. — Wollen wir sie also besitzen, die Göttliche, so müssen wir sie kennen lernen in ihrem Olymp sie aufsiichen und um ihre Bekanntschaft uns bemühen, damit wir ihren Willen erforschen, ihre' Vorschriften hören, und den Weg wandeln,, den sie uns vorzcichnct. — Meine unge neigten Leser wären nun befriedigt, vielleicht auch ein wenig geneigter gegen mich, und ich Weiche mich nun wieder ganz zu Ihnen, meine schätzens^ würdige Korrespondentin. Furchte» Sie ja nicht etwa eine trocken erzählte Geschichte aufgetischt zu bekommen, oder d:rrch recht verworrene Zeitrechnungen, die uns zu nichts nützen können, drückende Langeweile zu empfinden. Nein, meine liebe Freundin, vor einem solchen langwierigen, einschlafcrndcn .Tone werde ich mich sorgfältig hüten: Uri*’־ terhaltend zü belehren und erzählend zu nützen, scy mein vorgcsteckres Ziel, welches ich zu erreichcn mich aus allen Kräften bestreben,werde. ' ■ : Das erste Mittel, das meiner Meinung nach dazu führen kann, ist: Abwechselung, die Würze des mensch« lichcn Lebens. Wir machen daher unsere Betrachtung über verschiedene Gegenstände. Wir sprechen bald von den Fortschritten des menschlichen Geistes sowohl in Hinsicht der Mora! und Religio», als auch in den Begriffen von Gott nnd seinen Eigenschaften; bald von Gottesverchrung, Ceremonien und nach und nach entstandenen üblen Gebräuchen; richten bald unser Augenmerk auf die Chraktere der ftom« men Urväter und ihre einfachen Sitten, und bald auf mftm Gesetzgeber, dessen Geburt und Erzichung u. s. tv.