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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 3 H. (9.1806) · p. Seite 220

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 3 H. (9.1806)
Article
Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
Date
1806-01-01
Page
Seite 220 (sequence 6)
Language
German
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220 ncr Wäaren berechnet, dann!nögen rniferc Cthwestern immerhin der Jgnoran; huldigen, und ihr ganzes Crudium auf rin feines Küchcnöuch beschränken: aber, welcher Vrrnünftigc kann auch so eigennützig mir den Künsten und Wissenschaften verfahren, die ihrem gefühlvollen Besitzer das schönste Gluck auf Erden verschaffen, die ihm jede Freude noch angcnchnrer würzen, und in den grausamsten Leiden der ermatteten Ecele den Kelch des Heils zur Labung darreichcn. Mit diesem säubern Senrenzenkramer, dessen ganze Kultur in einem modischen Kleidchen und einer Brille auf der Nase besteht, hatte ich kein stcrbmdeS Wörtchen mehr zu reden; aber den Erstem, die das Wissen der jüdischen Geschichte für unsere Rcligionszenosimnen als unnöthig und zwecklos erklären, möchte ich Eine Frage thun: Fühlt ihr nicht das Dedärfniß, das so edle und gerechte Bedürfniß: Religion zu haben,, den Wunsch, eure Religion zu kennen, um nicht wie Blinde im Finstern herum zu irren, oder erklärt ihr ihre Exifien; für übcrflüßig, für eine Chimäre, höchstens für eine feine nothwendige Erfindung politischer Köpfe?-Doch nein! Religion, wahre Religion, göttliche Religion» rufen die Frommen untersuch» macht Ken Menschen zum Menschen, sie reicht ihm den wahren Echlüssek zum ächten Glücke hirnieden sowohl als jenseits des Grabes, und ohne sie ist der Mensch eine Null im Leben. — Nun wohlan, eure Frage, was denn die jüdische Geschichte unserm Frauenzimmer nütze, wäre von selbst beantwertet; wo finden wir denn die Religion in ihrer ehrwürdigen Gestalt, die jedem Vernünftigen Ehrfurcht abzwingt, wohl anders als in der jüdischen Geschichte?

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