Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 4)
- Language
- German
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te, ־cU hatten sie es recht eigentlich darauf angelegt, die edle kostbare Zeit zu to'dtcn, und mit ihr den Geist und das ' zarte Gcmüth des empfänglichen Kindes zum Grabe zu defördern. Das, was ihre Zöglinge am meisten angchcu sollte: die Geschichte ihrer Väter und Begebenheiten in ihrem ganzen Umfange, wissen sie am wenigsten; sic kennen weder die Männer noch das Zeitalter dieser Männer, die so ämsig für die Er׳ Haltung ihrer Religion sorgten. Sie wissen nicht, wie die Religion nach und nach Veränderungen erlitten hat, wie der Talmud entstanden ist, und was derselbe enthalt; sie glauben stock rmd sicif» daß alles, was in demselben abgchandelt wird — auch die sinnreichsten Allegorien und Parabcllcn, unter deren bildlichen Einkleidungen oft die wichtigsten Wahrheiten versteckt liegen — nur buchstäblich verstanden werden müssen. So mancher spricht von seinen Midraschim , weiß aber nicht, worauf sich die darin enthaltenen Erzählungen und Fabeln gründen, und was die Verfasser derselben damit bezwecken wollten; er spricht von seinem Corpus jnris — der bekanntlich aus vierTheilen bestehet, die Sie in der Folge kennen lernen sollen — und glaubt gewiß, daß der unbedeutendste Gebrauch, den irgend ein überspannter Rabbi eingcführt hat, das strengsie Rcligionsgesetz scy, und damit Punktum. Seme und mit Vergnügen willige ich daher in Ihre Wünsche, die Begriffe Unserer wißbegierigen Schwestern— doch ja kerne Anspielung arrf ihre Neugierde — aber nicht iU aIIein, sondern auch die unserer Brüder, über diese Art von Gegenständen, die durchaus unfern Religionskcnnern nicht ftemd bleiben sollen, zu beleuchteni Ich wähle ' ■'-־ ■■■ chie