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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 3 H. (9.1806) · p. Seite 208

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 3 H. (9.1806)
Article
Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
Date
1806-01-01
Page
Seite 208 (sequence 2)
Language
German
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sr3% und bcn Charakter der Religion; denn so würde sie nur ein gegenseitiger Vertrag ftyn, der in den relativen Der« halrnissm der Menschen gegen einander seinen Grund hat, und folglich, ob zwar vernunftmäßig recht, doch nur, gleich jeder andern politischen Einrichtung, von Zeit, Ort und andern zufälligen Umstanden dependirend, der Merandcrung unterworfen, und vielleicht sogar unter gewissen veränderten Umstanden seine Existenz für überflüßig erklärt werden könnte. Erziehung, Gewohnheit, herrschende Grundsatze der cingeführtcn Staatsllnghcit, des Wohlstandes und der Mode, könnten den heiligsten Gesetzen der Religion, — wäre sie bloß eine Frucht des geselligen Lebens, — ihre Verbindlichkeit nehmen, dein schwärzesten Laster eine blendende Gestalt geben, und gegen die grausamsten Verbrechen unempfindlich machen. Ware sie bloß eine Folge der Uebereinkunft, so würde ihre Erhaltung nur von den angenehmen Aussichten der darauf gesetzten Belohnung und der schrecklichen Furcht vor Strafe abhangen; wie leicht könnte es aber alsdann der Verschlagenheit und der betrüglichen Heuchelei werden, den heimlich verübten Lastern durch eine geschminkte Hülle den Preis der Tugend zu verschaffen. Nur glänzende, auffallende Tugenden würden auf Belohnung Ansvruch machen können; jeder einfachen, stillen, Hauslichen Tugend aber würde der süße Trost benommen scyn, irgend durch etwas einen Ersatz für ihre Aufopferung je zu erhalten; wäre bloß die Geselligkeit ihr. Ziel, und die Der« bindlichkcitcn derselben ihr Maßstab. Nein, die Religion ist weit erhabener, weit edler, ihre Natur ist in vermenschlichen Seele gegründet, und gleich dieser durch keine Grenjen beschränkt. Zeder

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