Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 4)
- Language
- German
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*SS I trachte nur den größer» Haufen, wozu nicht bloß der geö meine und arme, sehr oft auch der reiche und vornehme Bürger gehört. Kaum vermögen Menschen dieser Art ihre Gedanken so weit zu ordnen, daß sie sich hinreichend ver- I stündlich machen können; an Conscquen; im Denken, an! logischer und grammatischer Richtigkeit sowohl der einzelnen Gedanken und ihres Ausdrucks, als der Verbindung der- | selben;» Urrhcilen, an Zusammenhang der Satze u. s. w. t ist nur selten zu denken. Noch trauriger sicht cs aus mit dem I ästhetischen Gefühl, welches unter der schweren Hülle der z Gemeinheit, der Selbstsucht und des niedrigsten Egoismus J ganz vergraben liegt, und kaum als Anlage seine Eristcnz i im Seclenvcrmögen vcrmuthen laßt. Da ist keine Ahnr! düng des Bessern und Edlem, kein lebendiger Gedanke, daß [ der Mensch etwas Höheres sey, als rohe Materie und blo- . sie Maschine. Mit geistloser Stumpfheit blicken sie die umgebende Natur an; kalt läßt sie die Ansicht des Schönen, wenn es nicht etwa auf ihre thicrisihen Dcgicrdm Dczug | hat; in ihrer Seele ist keine Saite, welche von dem Guten K und Edlen in Schwung gesetzt werden könnte. Nicht besser ist der Zustand ihrer moralischen und religiöse« Bildung. Ihre Tugenden find oft nichts als die Früchte egoistischer Grundsätze, Mittel zur Erreichung ihres' Privatürtereffe, Sie sind redlich, arbeitsam, wirthschastlich, sie vermeiden grobe Laster, sie üben die Pflicht der Wohlchätigkcit, nicht aus Gefühl, aus Enrhrssiasmus für das Gute, sondem weil das Gegenrhcil ihrem Rufe, ihrem zeirlichm Wvhkstände, ihrer Eitelkeit als Menschenfreunde z« glänzen, Abbruch rhun würde. An die höheren Federungen der Sittlichkeit, an Aufvpftrungm sur die Tugend, an Hmü» . --■•׳.׳ ... Jun־