Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 8)
- Language
- German
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I7* _ ~ _ - drückte Mts, was ihm hatte lästig scyn können. Seine Religionsgcsctze hinderten ihn in, keinem Unternehmen. Die Zahl der Gesetze war klein, da es damals keine Rabbinen gab, die, wie in unfern Zeiten, durch Sinnverdrehungen ihre Zahl bis ins Unendliche vermehrten. Die wenigen Gesetze , die der Israelit zu beobachten hatte, waren entweder weise Polizcigesctze, die zur Aufrechthaltung des jüdischen Staats nothwcndig waren, oder eigentliche religiöse Gesetze, die zur Glückseligkeit des Menschm erforderlich sind. Das Gluck wohnte in Hütten, und der Phantasie fehlte es nicht an hinlänglicher Nahrung des Himmlischen. Jerusalems prächtiger Tempel, in welchem der Gottheit Abglanz sich selbst vor dem Auge des Profanen zu stellen schien, flößte der Brust des Jsraclitm das Gefühl des Göttlichen aufs kräftigsie ein. Männer, Weiber und Kinder priesen sich glücklich, wenn am Versöhnungsfesie des Hohenpriesters Mund, vom Lobe Gottes ertönend, des göttlichen Allvaters Versöhnung der Sünden dem Volke kund machte. Das religiöse Gefühl, die Ehrfurcht vor dem erhabnen Schöpfer und Regierer der Welten, war trotz der wenigen Ceremvnien, die damals den Israeliten zu erfüllen oblagen, das wesentliche Eigmthum eines jeden achten Israeliten. Und da, wo das Gefühl deS Göttlichen im Innern des Menschen noch schlummerte, da wurde cs kräftig und unvergleichlich erweckt durch die begeisterte» Propheten, denen das Wohl der Menschheit warm am Herzen lag, und deren energievoller Tim die Herzen bewegte mch bewegen mußte; denn wer mochte wohl da