Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Erklärung der Titelvignette
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 3)
- Language
- German
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ißt - wahrlich nichts geringes, dir Retterin einer von Zerstörung und vorn Untergänge bedrohckcn Stadt, und die Wieder« herstcllcrin des Friedens zwischen einem Volke und seinem verkannten Könige zu scyn. Zu einem solchen Unternehmen sollte wohl mehr als gewöhnliche Wcibcrklugheit und gemeiner weiblicher Math erfordert werden; und doch war es nur eine Frau, die, wie die Geschichte erzählt, dieses verdienstliche Werk in einer sehr kurzen Zeit, und als die Noch am dringendsten war, zur Zufriedenheit Aller ausführte. Düstere Wolken hatten Davids Thron in seinen letzten Regicrirngsjahren umlagert; durch mancherlei Empörungen und Ausbrüche innerlicher Unruhen ward derselbe mach-' tig crsthüttert. Noch war die tiefe Wunde nicht völlig geheilt, die Absalon dem zarten Vatcrhcrzcn Davids schlug. Die Herzen derer, welche dieser ausgcartete Sohn von sei-' nem königlichen Daker durch List und Verschlagenheit abgewandl hatte, waren »inner noch nicht ganz vom verdcrblichen Mißtrauen gegen ihren unglücklichen König befreiet. — Nur die Getreuen desselben wagten cs, ihn wieder nach der Residenz zu begleiten; nur der eine Stamm,. zu dem der König gehörte, behauptete sein Vorrecht, , ihn trinmphircnd wieder auf den Thron zu setzen; die übrigen Stau,- me Israels heuchelten nur eine getreue Rückkehr zu demselben; im inucrn des Landes glimmte noch immer im Stillen rin Funke des Hasses , der jeden Augenblick zur hellen Flamme des Verraths aufzulodcrn schien. — Ein Niederträchtiger im Volke benutzte die Gelegenheit, neuen Aufruhr zu errege», und eine allgeincine Empörung wider seinen Regenten zü bewirken. Die zweite Erfahr schien jene vor- -"v . ‘ . . ■ > über-