Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Worin lag die vorzügliche Kultur der Griechen?
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 7)
- Language
- German
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im Orient erzeugt und genährt, nicht ein Werk der Hellenen. So wie diese sich vom Gipfel des Parnaß (°) weiter ausbreitetcn, verschwanden die Gebilde des Ungeheure», und lebten nur noch — eine Trümmer der Vorzeit — m den Gefangen der Dichter. Die neuen Götter hatten die alten besiegt, die feiner», sanfter» Ideen die rohen und gröbern überwunden. Aus der schöpferischen Phantasie der Enkel Dencalicns erhoben sich die schönsten Formen, wahre Göttcrgcsialte«. Das Gefühl der allgegenwärtigen Gottheit lehrte sie dieselbe allenthalben finden, und da sie in der Kindheit der Vernunft noch nicht vermögend waren, sich zu dem großen Gedanken eines alles erfüllenden, ewigen , vollkommensten Urwcscns zu erheben, so schufen sie fast eben so viel besondere Eöttcrwefen, als es Wunder und Unbegreiflichkeiten für sic ln der Natur gab. Noch kannten sie nicht dir physischen Kräfte der Materie, um alle die wundersamen Erscheinungen, die sie bemerkten,'erklären zu können. Sie waren noch ganz Kinder am Verstände, wie konnten sie anders als kindlich denken und empfinden. Sie folgten dem allgewaltigen Gefühle, das in ihrem Busen loderte, und erklärten das als unmittelbare Eöttcrwirkung, was sie nicht anders zu erklären wußten. Der Fluß strömte ihnen nicht durch die Kraft der Schwere, das Meer tobte nicht durch die Gewalt des Sturms, und dieser brauste nicht als Folge des aufgehobenen Gleichgewichts in der Luft; der Baum wuchs nicht nach Gesetzen organischer Körper; der wunderbare Lauf der Sonne> des Mon- - («) Parnaß, ein Gebirge in Griechenland in Thessalien» der erste Wohnsitz der Helle«««»