Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856468-2314073--00162-2314328- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
H8 Gesetz der Nächsienliebe. Aus diesem Fundamentale, das sie uns so nahe ans Herz legt, fließen alle die schönen, glückbefördernden Resultate, sowohl für die erhabenen als mildern Tugenden. Auf diesen Einen Punkt lassen sich alle die übrigen Vorschriften des moralisch - religiösen Glaubens -ftkr-leicht-reduciren und in demselben wie in ihrem ersten Elemente auflösen. Der fegenreiche Einfluß, den die tische Erfüllung geselliger Pflichten und Rechte auf das Wohl der Gesellschaft haben, -wird durch jenes Sittengesetz erst ganz bestimmt, erhält durch dasselbe erst Leben und ^Wirksamkeit, Nahrung und^BeftiediMMgftir^die-mensWi-, che Natur. — Vom Einzeln geht es aus, theilt sich mit den Gattungen und Geschlechtern und verbreitet sich unter die gesummte Masse der Menschheit. Den sich isolirt denkenden Menschen schließt es an tausende seines Gleichen, und so bildet sich aus vielen kleinen Theilen ein großes Gan- -zes^-das_ in der^dec fast bis an das Unendliche granzt.— Die Begriffe Liebe, Güte, Wohlwollendglilrk. gründm sich auf unsere vernünftige Natur und auf innere Nothwendigkeit. Selbstliebe ist zwar gewissermaßen ein absoluter Be g ei ff, der in jedem Individuum aufgleicheÄrt-entstcht, belebt und, erhalten, wird^, allein ge- -rade^weaen dieser Identität würde sie in der Ausübung zur gefährlichsten Klippe werden/ an welcher die Sinnlichkett bey den häufigen Collisionen scheitern müßte, wenn nicht die Vernunft, welche die moralische Zweckmäßigkeit erkennt, diesem Triebe die gehörige Richtung geben und ihn zu des Menschen eignem Besten modificiren möchte. Er erkennet -es nun» wie nahe, wie wicktia. wie zuträalich es ihm -ftu^-vonlemer Selbstliebe einen großen Tbeil m vergeben, bald