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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft · p. Seite 392

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
Article
[Nachricht]
Date
1834-01-01
Page
Seite 392 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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392 wird, hat die betreffende Gemeinde für ihre Deserteurs einzustehen und, wenn sie. darum gewußt, außer andern Strafen noch für-je einen Deserteur zwei Soldaten zu stellen. Daher hat auch jede der 1007. constituirten Judengemeinden oder Kahels Rußlands ein jüdisches Eomite, das im Einverständnisse mit der Regierung für die gesetzliche Zahl der jüdischen Soldaten sorgt. Was schadet es dem Kaiser und was nützt es der Gesammtheit der Juden, wenn Individuen vor der Eonscription desertiren? Vor zwei Jahren hatten zwei jüdische Vorsteher in einem Gallizien nahen Städtchen (wo?) in ihrer Noch, die gesetzlich eingefoderte Zahl der jüdischen Rekruten zu stellen, zwei arme, aber kräftige Bursche aus Brody (im Auslande) gemiethet, die sich'zu diesem Zweck angeboren, aber es wurde der Behörde verrathen und die Vorsteher selbst wurden unter das Militair gesteckt und zum. Dienste für ihr ganzes Leben verurtheilt. So steht es mit dem ^Deserticen der Juden, oder wenn sie gar außer den Mitgliedern der betreffenden Gemeinden Supplenten suchen wollten; die jüdischen Vorsteher selbst müssen es verhindern oder verrathen." (Nachdem nun nachgewiesen worden,-daß die Rekrutenaushebungen dort auch eben.so unter den christlichen Nationalrussen in Gegenden und Gebieten, „dessen heiligen Boden doch kein Jude betreten darf, Jammer und Wehklagen erregt," heißt es, mit noch andern entschuldigenden Gründen weiter): „Es wäre unbillig, von den Juden eine andere Gesinnung zu fodern; die Schrecken der Eonscription äußern sich bei ihnen schon vermöge ihres Naturells noch schauerlicher. In Wilna hackte vor einem Jahr eine Jüdin ihrem eignen Sohne mit einer Axt die Finger ab und trat so, verzweifelt und triumphirend, vor das jüdische Comite. Vor zwei Jahren brachte man im strengsten Winter zwölf Leichen auf einem Schlitten nach Wilna gefahren; es waren zwölf jüdische Jünglinge, die vor der Conscription in die Wälder geflohen und dort verhungert und erfroren waren. Dergleichen Scenen wiederholen sich fast in allen Gouvernements, bei Christen und Juden, ohne daß aber deshalb, weniger Juden als daß Gesetz verlangt, zum Dienste'kommen." (Daß gegen 10,000 .Juden im russischen Militärdienste stehen und auf der russischen Ostseeflotte 4000 jüdische Matrosen sind, haben wir bereits in diesem Hefte, Seite 367 anderweitig erwähnt. Nach diesem Berichte haben die letztem ihre eignen jüdischen Geistlichen, „die über ihre Religiosität und moralische Aufführung Aufsicht führen und wenn der Dienst es

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