Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 32)
- Language
- German
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358 scitiges mehr bestehen, die die Unwahrheit in ihren entferntesten verstecktesten Schlupfwinkeln aufsuchen und in ihrer ganzen Häßlichkeit an das Licht des Tages ziehen wird; wie frische Bergesluft weht.uns aus allen allgemeinmenschlichen Bestrebungen, aus Staat und Politik > Religion und Philvsophie, Kunst, Wissenschaft und Literatur ein neuer Geist entgegen, nichts׳ kann ihm sich mehr entziehen, es müßte denn untergehen wollen, und ob Zuda gerade bisher ihm fern gestanden und besonders in Folge , fern von ihm, einfertig verdorren wird, das ist der Punkt, um den unsere Frage sich dreht. Als ein'Allgemeines auch in das Allgemeine, in die Menschheit äufzugehen, haben wir als seine ׳Bestimmung, seit seiner Zerstreuung, erkannt. Diese Bestimmung aber, sahen wir, konnte es nicht realisiren, ja nicht einmal zum Bewußtsein derselben sich erheben, so lange in der Menschheit überhaupt noch der Begriff des wahrhaft Allgemeinen sich noch nicht realisirt hatte, so lange sic, noch nicht als solches sich fühlend? noch nicht zur Idee des sich selbst wissenden Geistes, der Vernunft gekommen, auch noch in einer cinseitigen Richtung sich bewegte.. Trotz seiner universalen Existcnz mußte also Zuda in diesem Weltzustande wieder zu einem bloßen einseitigen Gegensatz werden und als solcher sich auch behaupten, so lange der Erfüllung seiner Bestimmung nichts als eine andere Einseitigkeit sich cntgcgenstellte. Daß es dieser keine Concesstoncn machen konnte, haben wir als den Grund seiner langen Leidensgeschichte, diese aber dann weiter als in einem allgemeinen Leiden der Menschheit wurzelnd undaus dem ganzen Zustande derselben hervergehend, eingesehcn, denn einmal in die Menschheit hineingesandt, sie auf ihrem Entwicklungsgang zu begleiten und ihr Schicksal zu theilen, war Juda auch nur mit ihr zum Sklaven geworden, um am Tage der allgemeinen Befreiung auch zugleich mit ihr erlöst und versöhnt zu werden. So war denn sein Elend, seine Schuld und seine Sünde nur