Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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356 des sich entwickelnden Gedankens geworden, der ewig jung und ewig neu, nicht ruht und nicht rastet zu kämpfen gegen die eiserne Mauer des bloß Herkömmlichen, des in sich Erstorbnen und Veralteten. So muß denn nun auch die Form seiner Existenz bis auf den heutigemLag noch die Negation -sein, der Kampf gegen Alles, was nicht er ist, was ihm sich entgegenstellen, ihn hindern will, nur daß. diese Negation jetzt das volle Bewußtsein ihrer selbst und dcffen, was sic will, in sich trägt, daß sie zu der wahren Form sich hindurchgcrungen und dadurch an innrer und äußrer Macht gewonnen hat. Überall, wohin wir auch innerhalb der civisilirtcn Menschheit, der eigentlichen Trägerin der Geschichte, blicken mögen, hat sic jene großen Fragen angeregt, jenen schneid enden Gegensatz erweckt und belebt, um den das ganze Leben der Gegenwart sich dreht und. bewegt, hat sie die Schlafenden aus dem Schlummer gerüttelt, und in den allgemeinen Kampf getrieben; und so ist denn Alles jetzt in Bewegung, Kampf das große Losungswort, des Tages, nicht mehr ein Kampf des Egoismus um die gesonderten Intercffen Einzelner, sondern gerade gegen dieselben ein Kampf der Idee um die allgemeine, die höchsten, heiligsten Interessen Aller, der Menschheit, die zu ihrem Begriff, gckommen, auch ihre Rechte sich erringen will. Zn seine Reihen muß Jeder treten, der auf den Namen eines bewußten Menschen Anspruch macht, Parteilosigkeit, das sonst so gerühmte fromme Wort ist nur noch gleichbedeutend mit Stumpf- und Blödsinn oder mit jenem Egoismus, der nur in sich selber versunken, dem ׳Allgemeinen nicht einmal einen Schlag seines Herzens zum Opfer bringen kann; härter und gewaltiger als je stoßen Jahrtausende alte Gegenstände aneinander, es ist als . ob das Bewußtsein der Weltgeschichte in der Menschheit heraufdämmerte, ein ahnungsvoller Schauer durchzieht die Gemüthcr, man sieht, schon wieder ist ein kritischer Augenblick gekommen, die Zeit hat Wehen, aber