Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 28)
- Language
- German
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354 des wahren Menschen, der Gedanke der Vernunft. Er war das Resultat der schweren Arbeit von Jahrtausende», in ihm war endlich der Gedanke der Liebe zu seiner Erfüllung gekommen, hatte alle einseitigen Schranken und Hüllen abgeworfen und trat nun in dieser neuen Gestalt, zum zweitenmal ein Erlöser der Menschheit, in diese verderbte Zeit hinein. Schmerzlich und unter heftigen krampfhaften Wchen, unter Blut und Thränen, rang er, ein Kind der ganzen Weltgeschichte, von ihrem Schooße sich -jetzt los und donnernd verkündet seine GeburtLstunde den Aufgang einer neuen Zeit, der Zeit, die wir vorzugsweise die neue/ die junge, unsre Zeit nennen. Nicht bloß neu nennen wir dieselbe, weil sie noch jung ist, sondern weil in ihr das wirklich Neue, das bisher nie Gesehene geschehn, daß der Geist, der Gedanke zur Energie gekommen׳, zu einer Macht, zum Herrscher, zum Wcltrichter geworden ist und die Geschichte zu seiner selbstbewußten Schöpfung machte, denn so lange die Sonne am Firmamente steht und die Planeten um sie umhcrkreisen, sagt Hegel, war das nicht gesehn worden, daß der Mensch sich auf den Kopf, das ist auf den Gedanken stellt und die Wirklichkeit nach diesem erbaut. Anaxagoras hatte zuerst gesagt, daß Verstand in der Natur sei, nun aber erst ist der Mensch dazu gekommen zu erkennen, daß der Gedanke die geistige Schöpfung regieren solle. Es war dieses somit ein herrlicher Sonnenaufgang, eine erhabne Rührung hat in jener Zeit geherrscht, ein Enthusiasmus des Geistes hat die Welt durchschauert, als sei .es zur wirklichcn Versöhnung des Göttlichen nun erst gekommen." So hatte denn der Mensch nur sich selber, aber als׳ ein andrer, ein neuer Mensch wiedcrgcsundcn und von dem Laumcl seiner ersten Begrüßung gleich erdröhnte und zitterte der Erdball. Denn nicht als eine Botin des Friedens trat sie in die Welt, die hehre Tochter des Gedankens, die neue Zeit, sondern mit dem Schwerte in der Hand geboren, sollte auch ihre Aufgabe, ihr ganzes Leben nur ein Kampf, ein